Anna E., 16 Jahre
Projektbericht von Anna E., 16 Jahre
Weil ich zu Hause nicht bleiben konnte, wurde ich vorübergehend in einer Betreuungsfamilie von Husky aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt war mir nicht ganz klar, wie es dort ablaufen würde. Jedoch hat mir meine Betreuerin diese Angst genommen, da sie mir zuerst mal alles gezeigt und mir dabei immer wieder etwas erklärt hat.
Am Anfang hatte ich öfter mal Meinungsverschiedenheiten mit meiner Betreuerin. Jedoch haben diese sich immer wieder aufgeklärt. Ich hatte mit ihr ein sehr gutes Verhältnis, da ich mich ihr gegenüber immer respektvoll verhalten habe. Wenn dies nicht der Fall war, hat sie mich darauf aufmerksam gemacht und ich habe darüber nachdenken können. Im Anschluss habe ich mich für mein Fehlverhalten entschuldigt. Da sie zu mir immer freundlich war, hatte ich auch das Bedürfnis, mich ihr gegenüber freundlich zu verhalten.
Außerhalb der eigenen Familie zu leben ist schwer, obwohl man sehr oft Auseinandersetzungen hatte und sich in diesem Moment nicht mit den anderen verstanden hat. Dann möchte man nicht mehr in seiner Familie bleiben. Aber nicht nur das kann der Auslöser dafür sein, "nicht mehr zu Hause sein zu wollen": Manchmal gibt es ein andauerndes Fehlverhalten der Eltern, so dass man eigentlich nicht zu Hause bleiben kann.
Eine Betreuungsfamilie ist zwar nicht die eigene Familie, jedoch hat man dort ein Dach über dem Kopf, hat etwas zu essen und hat Personen, mit denen man reden kann. Ich denke, das ist eine gute Sache, da man dort mehr Aufmerksamkeit bekommt als zu Hause. Außerdem fühlt es sich noch mehr nach einem Familienleben an. Da man eine Betreuerin für sich allein hat, die so etwas wie eine Mutter-Funktion einnimmt, kann es nicht so häufig vorkommen, dass man nicht gehört wird. Ich würde sogar behaupten, dass man zu 100% gehört wird. Man hat in einer Betreuungsfamilie nicht die Probleme, den anderen etwas zu sagen oder eine Lösung zu finden - die Betreuer haben gelernt, wie man gut mit schwierigen Situationen umgehen kann.
Ich habe sehr viel von meiner Betreuerin gelernt und ich bin sehr froh darüber. Ich habe mich mit allen in der Familie gut verstanden. Nach einer gewissen Zeit hatte ich sogar das Gefühl, dazu zu gehören. Dann denkt man, man hat sozusagen zwei Familien: Die, aus der man kommt und die Betreuungsfamilie.
Ich denke, es war gut, dass ich in so einer Betreuungsfamilie war, da ich dort sehr viele Erfahrungen sammeln durfte. Das hat mich sehr stark geprägt und auch stark beeinflusst. Ich wurde in dieser Familie sehr zur Selbstständigkeit erzogen und finde das richtig gut.
Eure Anna
